Brexit – und jetzt?

Kaum jemand hat sich vorstellen können dass die Briten wirklich für den Brexit stimmen. Umso überraschender ist dann doch das Ergebnis, dass sich 52% der Briten für das Verlassen der EU entschieden haben. Diese Entscheidung wird weitreichende Folgen für die Entwicklung Großbritanniens und der EU haben, alle Konsequenzen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch keinesfalls abzusehen. Aber was könnten die Auswirkungen der gestrigen Abstimmung für die Whiskypreise sein?

Im ersten Moment – gar keine! Das die Briten für „BREXIT“ und nicht „BREMAIN“ gestimmt haben bedeutet nicht, dass Großbritannien ab heute nicht mehr Mitglied der europäischen Gemeinschaft sein wird. Vielmehr werden in den nächsten Tagen und Wochen die zähen Austrittsverhandlungen beginnen und sich sicherlich über einen Zeitraum von 2 Jahren – wenn nicht sogar mehr – erstrecken. Es bleibt auch abzuwarten wie schmutzig diese Scheidung werden wird, ist sie doch die erste ihrer Art. Insofern erstmal „business as usual“. Das schwächere britische Pfund gäbe sicherlich Möglichkeiten von kleineren Preisrückgängen, wobei wir davon ausgehen das die Destillerien dies quasi als Risikoprämie in der Preisgestaltung berücksichtigen werden und nicht an den Handel weitergeben.

Wenn dann der BREXIT allerdings vollzogen ist stellt sich die Situation doch etwas anders dar. Als isolierte Wirtschaftseinheit könnte Großbritannien von Handelsbeschränkungen und Zöllen betroffen sein was zwangsläufig zu Preissteigerungen führen wird. Neue Destillerie-Projekte könnten auf Grund der unsicheren Zukunft eingestellt oder auf Eis gelegt werden was für die Zukunft ebenfalls zu einer Verknappung der Angebotsmenge führen würde.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Wahrscheinlichkeit steigender Whiskypreise für die Zukunft sehr hoch ist – gerade auf Grund des BREXIT scheint ein Szenario fallender Preise aktuell kaum vorstellbar. Des Weiteren bleibt festzuhalten das in Zeiten von Unsicherheit Sachwerte ein sicherer Hafen sind und in der Gunst der Anleger gefragt sind, was die Nachfrage nach Single Malt Whisky weiter befeuern wird.