Arran Smuggler Series 2 – High Seas. Kaum ein Release wurde dieses Jahr so sehr erwartet wie der zweite Teil aus der Arran Smuggler-Triologie. Nachdem das erste Release „Illicit Stills“ neben der aufwendig und genialen Gestaltung im Buchformat auch geschmacklich überzeugen konnte, wartete die Whiskygemeinde fieberhabt auf die für November angekündigte Fortsetzung.

Als es dann soweit war, machte sich schnell Ernüchterung breit. Ja, die Aufmachung passte perfekt zur ersten Ausgabe und wusste wieder zu überzeugen. Ja, die ersten Tasting-Notes waren sehr vielversprechend. Und ja, der UVP-Preis von um die 90 GBP schien in der heutigen Welt der Whiskypreise durchaus günstig und akzeptabel zu sein. Allerdings wurden die Flaschen (Gesamtauflage 8.700 Stück) so restriktiv an die Händler zugeteilt, dass es nur wenige Flaschen in die Onlineshops der Händler schafften und man sich glücklich schätzen konnte, überhaupt eine Flasche der begehrten Abfüllung ergattern zu können.

Umso weniger im Flaschen im Umlauf waren, desto schneller schossen die Preise am Sekundärmarkt, wie z.B. auf Auktionsplattformen in die Höhe. Zig Flaschen wechselten innerhalb kürzester Zeit den Besitzer, die Preise schossen auf ein Niveau von 200-250 Euro in die Höhe, was einem Aufschlag von mehr als 100% zum Ausgabepreis entspricht.
Dieses Release ist ein perfektes Beispiel dafür, dass der Preis einer Abfüllung in der heutigen Zeit nicht mehr nur von der Qualität einer Abfüllung bestimmt wird, sondern eben perfektes Marketing und künstliche Verknappung zu deutlichen Preissteigerungen führen können.

Warum wir den Arran Smuggler unseren Kunden nicht als Investitionsobjekt empfehlen wurden wir in den letzten Wochen oft gefragt. Der Trend „Hypeflaschen“ zum Ausgabekurs zu horten um auf kurzfristige Preissteigerungen an den Sekundärmärkten zu spekulieren ist unverkennbar. Allerdings sehen wir diesen Trend sehr skeptisch, da – wie übrigens in jeder anderen Anlageklasse auch – kurzfristige Arbitragegeschäfte als sehr risikobehaftet einzuschätzen sind. Es gleicht einem Schneeballsystem mit der Folge, dass der, der in der Hoffnung auf immer weiter steigende Preise zu spät auf den bereits abgefahrenen Zug aufspringt einen großen Teil seines Einsatz verlieren wird.

Bei einer nachhaltigen Anlage in Whiskywerte sollten neben einem langfristigen Anlagehorizont der Preis sowie die Qualität der zu erwerbenden Abfüllungen in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen – nur so lassen sich unserer Meinung nach langfristig stabile Wertzuwächse erzielen!