Lost Distilleries und deren Abfüllungen lassen die Herzen von fast allen Whiskysammlern und -genießern höher schlagen. Aber neben den „üblichen Verdächtigen“ aus Schottland wie z.B. Littlemill, Rosebank oder Port Ellen findet man solche Perlen auch in anderen Teilen der Welt, auch wenn man Sie vielleicht da nicht vermuten würde. Und so stößt man bei der Suche schnell auf die ehemals südlichste Destillerie der Welt – Wilson’s Dunedin oder heutzutage besser bekannt unter dem Namen Willowbank beheimatet auf der Südinsel von Neuseeland !

Die Destillation vom Wasser des Lebens blickt in Neuseeland auf eine lange Tradition zurück, wurde doch schon im frühen 18. Jahrhundert durch schottische Siedler der erste Whisky in Neuseeland hergestellt. Schon damals hatten die Betriebe mit staatlicher Regulierung zu kämpfen, was zu einem kompletten Erliegen der Industrie um 1870 führte.

Es dauerte dann fast 100 Jahre bis im Jahr 1968 die Willowbank Distillery in Dunedin, Neuseeland, eröffnet wurde und Whiskys wie den „45 South“ produzierte. In den 80er Jahren zu Zeiten der großen Whiskyflaute wurde die Destillerie von der kanadischen Seagrams übernommen und produzierte bis Ende der neunziger Jahre Single Malt Whisky. Das Anfang vom Ende sollte der Verkauf im Jahre 1997 an die australische Fosters Gruppe sein. Diese hatten es nicht auf die Destillerie sondern einzig auf die Stills abgesehen, die man direkt nach Abwicklung des Kaufs demontierte und nach Fiji zur damals boomenden Rumproduktion verschiffte. Mit dem Verkauf der Liegenschaften im Jahre 2001 wurde Willowbank endgültig zur Lost Distillery – unwiederbringlich verloren!

Auf Grund der aussergewöhnlichen Herkunft und der wenigen hundert noch vorhandenen Fässern, handelt es sich bei den Willowbank-Abfüllungen um begehrte Sammlerobjekte und echte Raritäten – denn wer kann schon einen neuseeländischen Single Malt sein Eigen nennen!

 

Quellen: The NZ Whisky Company

Bild: Pixabay.com