Im ersten Halbjahr 2018 kehrte die Volatilität zurück an die internationalen Kapitalmärkte. Nachdem zu Beginn des Jahres bei sehr vielen Aktienindizes neue Höchststände gefeiert wurden, nahm im Verlauf der letzten 6 Wochen die Verunsicherung spürbar zu. Der entbrannte Handelskrieg zwischen den USA, China und der EU sowie die Trendwende an den Zinsmärkten führten zu deutlichen Rückgängen und viele Indizes notieren mittlerweile unter den Ständen vom Jahresanfang.

Single Malt trotzt den Widrigkeiten an den Kapitalmärkten

Wer nun glaubt, das sich die global zunehmende Verunsicherung auch auf die Sammlermärkte von Single Malt Whisky 1 zu 1 übertragen lässt, dürfte überrascht sein. Trotz aller Widrigkeiten wie z.B. den verzögerten Brexit-Verhandlungen und den damit verbundenen Unsicherheiten sowie der eingeführten Handelszölle auf amerikanischen Whiskey erreichte der von der schottischen Rare Whisky 101 Ltd. berechnete APEX 1000 Index für die Whiskysammlermärkte mit einem Zugewinn von +10% neue Höchststände.

Lost Distilleries im Aufwärtstrend

Getragen wurde die Entwicklung von deutlichen Preissteigerungen bei den sehr im Fokus stehenden Lost Distilleries von Port Ellen (+17%), Brora (+10%) sowie Rosebank (+20%). Auch die legendären Sammlerwhiskies aus der legendären Black Bowmore-Reihe verteuerten sich im ersten Halbjahr um fast 25%.

Ein Highlight im zweiten Quartal war für Whiskyliebhaber sicherlich die feierliche Eröffnung der „neuen“ Macallan Destillerie. Die Preise für deren Abfüllungen zeigten sich allerdings unbeeindruckt und tendierten nach dem Preissprung im letzten Jahr eher seitwärts. Dennoch muss man konstatieren, dass die Single Malts der beliebten Speyside-Destillerie -gemessen am Umsatz an den Sekundärmärkten – bei Sammlern weiterhin unangefochten auf dem Spitzenplatz aufzufinden sind.

Wann nimmt die Erfolgsgeschichte Single Malt ein Ende?

Allerorts beschäftigt man sich mit der Frage wie lange die Erfolgsgeschichte von Single Malt Whisky noch weitergehen kann bzw. wann die „Preiseblase“ platzen wird. Wie in den letzten Berichten bereits geschrieben ist die Nachfrage speziell aus Asien weiterhin ungebremst hoch, so dass auch hochpreisige Releases reißenden Absatz finden. Außerdem erscheinen viele Abfüllungen auf dem Sekundärmarkt im Vergleich zu den Preisen, die für neue Releases von den Destillerien / Spirituosenkonzernen aufgerufen werden, durchaus „günstig“ – z.B. kosten ältere Releases von Port Ellen nur einen Bruchteil der aktuellsten Abfüllungen. Zusammengenommen lässt sich feststellen, dass die Vorzeichen für eine Fortsetzung des Trends weiterhin positiv erscheinen.