Der Whiskysammlermarkt – Bericht über das 1. Quartal 2019

Das Jahr 2019 startete an den internationalen Kapitalmärkten genauso turbulent wie das vorhergehende Jahr 2018 geendet hatte – nur mit anderen Vorzeichen! Beflügelt von positiven Gesprächen zwischen USA und den China und die Aussicht auf die Beilegung des Handelsstreits sorgten für deutliche Kurssprünge an den Aktienbörsen.

Ganz anders stellten sich die politischen Rahmenbedingungen für den Whiskysammler dar. Ein schier endloses Gezerre rund um das Thema Brexit hat bis heute nach unzähligen Abstimmungen im britischen Parlament auch weiterhin zu keinem Ergebnis geführt. Befürchtungen vor einem Hard Brexit ohne Deal mit der EU führte in den letzten Monaten zu einer sehr großen Anzahl an Releases die an den Markt gebracht wurden – jeder versuchte seine Ware aufs Festland zu bringen um sich vor eventuellen Zöllen und zeitlichen Verschiebungen bestmöglich zu schützen. Besonders die Anzahl an High-End-Abfüllungen im hochpreisigen Segment hat deutlich zugenommen und gestiegene Preise führen zu keinem spürbaren Rückgang der Nachfrage.

So erstaunt es auch nicht, dass die Volumina der auf dem Sekundärmärkten gehandelten Flaschen weiter auf dem Vormarsch sind. Aus Sammlersicht verständlich: die für ältere Abfüllungen zu zahlenden Preise in Shops und Auktionshäusern erscheinen trotz der furiosen Preissteigerungen der letzten Jahren oft durchaus attraktiv im Vergleich zu den Neuemissionspreisen, bei denen seitens der Destillerien und Großkonzerne viel Fantasie bereits eingepreist worden ist.

Schaut man sich die Wertentwicklungen der Abfüllungen im ersten Quartal 2019 an muss man konstatieren, dass trotz politischer Unsicherheit die Preise im breiten Markt auf hohem Niveau stabil geblieben sind. So notierte der von der schottischen Rare Whisky 101 Ltd. berechnete Whisky-Index Apex 1000 fast unverändert im Vergleich zum Stand am Jahresende 2018. Leicht rückläufig zeigten sich die Preise im Segment der Lost Distilleries, Abfüllungen speziell von Brora und Port Ellen konnten zum Ende des ersten Quartals mit einem Abschlag von 5-10% erworben werden. Die große Ausnahme bildete der Index für Abfüllungen der japanischen Yamazaki-Abfüllungen der um mehr als 10% zulegen konnte. Hierzu anzumerken ist allerdings, dass dieser Index mit gerade einmal 30 Abfüllungen sehr markteng ist und Preisausreisser bei einzelnen Auktionen größeren Einfluss auf die Indexveränderung nehmen können als dass dies bei anderen Indizes der Fall ist.

Wir dürfen gespannt sein, ob das britische Laienspielstück „Brexit“ zum nächsten Quartalsstichtag am 30.06.2019 abgeschlossen sein wird und wenn ja mit welchem Ergebnis.  Das regulatorische Umfeld bietet besonders in der aktuellen Situation ausreichend Gründe wie z.B. höhere Transport – und Bearbeitungskosten etc. um höhere Preise am Markt zu etablieren. Langfristig gesehen dürfte also das Resultat – unabhängig ob Brexit oder auch nicht – kaum einen negativen Einfluss auf die positiven Aussichten an den Whiskysammlermärkten haben!